7 Fehler, die ich immer wieder auf Websites von Sprachlehrern sehe

Hands typing on a laptop keyboard at a wooden café table, with a cup of coffee in the foreground.

Ich schaue mir viele Websites von Sprachlehrern an. Manchmal aus Neugier und manchmal, weil mich jemand damit beauftragt, eine Website zu bewerten. 

Und dabei fallen mir immer wieder dieselben Probleme auf. Diese Fehler auf Websites von Sprachlehrern lassen sich oft erstaunlich einfach beheben.

Interessanterweise sehen viele dieser Websites eigentlich richtig gut aus. Sie haben schöne Farben, professionelle Fotos und jede Menge Informationen über den Lehrer oder die Lehrerin. Aber gut auszusehen und gut zu funktionieren ist nicht unbedingt dasselbe.

Das Gute ist, dass du nicht unbedingt deine gesamte Website neu gestalten musst, um sie zu verbessern. Einige der Probleme auf dieser Liste kannst du noch heute beheben.

Öffnen Sie also Ihre eigene Website in einem anderen Tab und werfen Sie einen Blick darauf. Wie viele dieser sieben Fehler können Sie finden?

1. Sie zeigen Ihre Preise nicht

Das sehe ich überraschend oft: eine ausführliche Beschreibung des Unterrichts, Diplome, jahrelange Erfahrung und dann … keine Preise. Nur „Kontaktieren Sie mich für Preise“. 

Imagine you’re a potential student. You like what you see, but you have no idea whether a lesson will cost 15 euros, 30, or 70. To find out, you have to send a message, wait for a reply, and potentially have an awkward conversation only to realize it’s out of your budget. 

Ich persönlich möchte den Preis viel lieber kennen, bevor ich jemanden kontaktiere. Und ich vermute, dass viele potenzielle Kursteilnehmer genauso denken. Wenn Sie Ihre Preise transparent kommunizieren, verlieren Sie keine Kursteilnehmer – Sie sparen allen Beteiligten Zeit. Die richtigen Kursteilnehmer wissen schon ungefähr, was sie erwartet, und Sie müssen Ihre Preise nicht immer wieder erklären.

2. Ihre Website ist schwer zu lesen

Ihre Website kann schön aussehen und trotzdem schwierig zu benutzen sein.

Achten Sie auf die Farben: Ein schlechter Kontrast zwischen Text und Hintergrund kann die Lesbarkeit erheblich beeinträchtigen. Pastellfarbener Text auf einem anderen hellen Farbton oder Text über einem unruhigen Bild passt vielleicht perfekt zu Ihrer Farbpalette – aber wenn Ihre Besucher sich anstrengen müssen, um ihn zu lesen, erfüllt das Design seinen Zweck nicht.

Und dabei geht es nicht nur um Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Vielleicht schaut sich jemand Ihre Website draußen bei hellem Sonnenlicht auf dem Smartphone an, benutzt einen älteren Bildschirm oder ist einfach müde, nachdem er den ganzen Tag auf einen Computerbildschirm geschaut hat. Ein guter Kontrast macht Ihre Inhalte für alle leichter lesbar.

Ein einfacher Test besteht darin, einen Freund oder eine Freundin zu bitten, sich Ihre Website anzusehen und folgende Frage zu beantworten: „Muss ich mich anstrengen, um hier etwas zu lesen?“ Wenn die Antwort ja lautet, haben Ihre potenziellen Kursteilnehmer möglicherweise ebenfalls Schwierigkeiten. Die zweite Möglichkeit ist, den Farbkontrast mit einem Kontrastprüfer zu überprüfen. Zum Beispiel: WebAIM Contrast Checker. 

Sie müssen nicht auf Ihre Markenfarben verzichten. Behalten Sie das schöne blasse Rosa, Gelb oder Blau, das Ihnen gefällt – achten Sie nur darauf, wo Sie diese Farben einsetzen. Eine Farbe, die wunderbar für einen Button, einen Rahmen oder einen Hintergrund funktioniert, eignet sich möglicherweise überhaupt nicht für einen Textabsatz.

Das Design sollte den Menschen helfen, Ihre Botschaft zu lesen, statt mit ihr zu konkurrieren.

3. Sie haben nicht an Barrierefreiheit gedacht

Stellen Sie sich vor, Sie besuchen eine Website und stellen fest, dass der Text einfach zu klein ist, um ihn bequem lesen zu können. Oder vielleicht benötigen Sie einen stärkeren Kontrast zwischen Hintergrund und Text. Wenn die Website Ihnen keine Möglichkeit bietet, die Nutzung einfacher zu machen, verlassen Sie sie möglicherweise einfach wieder.

Es gibt Tools, die Ihren Besuchern zusätzliche Optionen bieten können, zum Beispiel die Schrift zu vergrößern oder den Kontrast zu ändern. Je nachdem, wie Ihre Website erstellt wurde, können Sie möglicherweise relativ einfach Barrierefreiheitsfunktionen oder ein entsprechendes Tool hinzufügen.

Bei Barrierefreiheit geht es jedoch nicht nur darum, ein Plugin zu installieren und das Thema dann abzuhaken. Denken Sie an die Website selbst. Ist der Text groß genug? Sind Links und Buttons leicht zu erkennen? Kann jemand Ihre Bilder verstehen, wenn er sie nicht sehen kann? Ist die Navigation auf der Website einigermaßen einfach?

Ein paar kleine Änderungen können Ihre Website für viel mehr Menschen angenehmer und einladender machen.

4. Sie bieten Ihren Besuchern nichts zum Mitnehmen

Jemand findet Ihre Website, ihm gefällt, was er sieht, aber er ist noch nicht bereit, eine Unterrichtsstunde zu buchen. Er schließt den Tab, macht mit seinem Tag weiter und vergisst Ihre Website möglicherweise völlig.

Warum geben Sie ihnen nicht einen Grund, sich an Sie zu erinnern?

Ein kostenloses Material zum Herunterladen kann genau das bewirken. Es muss nichts Umfangreiches sein. Es könnte ein Arbeitsblatt, eine Vokabelliste, eine Checkliste, ein kurzer Leitfaden oder ein nützliches PDF zu Ihrem Unterrichtsthema sein.

Denken Sie an Ihre idealen Kursteilnehmer. Bei welchem kleinen Problem könnten Sie ihnen jetzt helfen? Wenn Sie Ärzten Englisch beibringen, könnten Sie ein PDF mit nützlichen Redewendungen für Gespräche mit Patienten erstellen. Wenn Sie mit Anfängern arbeiten, könnten Sie eine einfache Vokabel-Checkliste anbieten. Und wenn Sie Kursteilnehmer auf eine Prüfung vorbereiten, könnten Sie eine einseitige Checkliste zur Prüfungsvorbereitung erstellen.

Sie können das Material auch außerhalb Ihrer Website nutzen. Fügen Sie Ihrer Visitenkarte, Präsentation, Ihrem Poster oder anderen Materialien einen QR-Code hinzu und leiten Sie die Menschen direkt zur Download-Seite weiter.

Erstellen Sie aber nicht einfach nur deshalb ein kostenloses Material, weil alle sagen, dass Sie eines anbieten sollten. Sorgen Sie dafür, dass es wirklich nützlich und für die Kursteilnehmer relevant ist, die Sie gewinnen möchten. Es sollte ihnen einen kleinen Vorgeschmack darauf geben, was Sie ihnen bieten können – und eine einfache Möglichkeit, Sie wiederzufinden, wenn sie bereit für mehr sind.

5. Ihre Website wirkt vernachlässigt

Stellen Sie sich vor, Sie finden eine Sprachlehrkraft, deren Website Ihnen richtig gut gefällt. Sie lesen etwas über den Unterricht, schauen sich die angebotenen Leistungen an und bemerken dann, dass in der Fußzeile immer noch © 2019 steht. Sie klicken auf den Blog und stellen fest, dass der letzte Beitrag vor drei Jahren veröffentlicht wurde.

Gibt diese Person überhaupt noch Unterricht? Ist die Website noch aktiv? Lohnt es sich, ihr eine Nachricht zu schicken?

Das bedeutet nicht, dass Sie jede Woche einen neuen Blogbeitrag veröffentlichen oder Ihre Website ständig neu gestalten müssen. Sie müssen Ihren Besuchern nur ein paar Anzeichen dafür geben, dass hinter der Website noch immer ein echter Mensch steht, der aktiv ist.

Überprüfen Sie die Jahreszahl in der Fußzeile Ihrer Website. Wenn Sie Ihre Website schon seit mehreren Jahren betreiben, können Sie einen Zeitraum wie © 2016–2026 angeben. So zeigen Sie ganz nebenbei, wie lange Sie schon aktiv sind. Halten Sie wichtige Informationen über Ihren Unterricht und Ihre Angebote aktuell. Und wenn Sie einen Blog haben, versuchen Sie, gelegentlich etwas zu veröffentlichen, auch wenn Ihnen die Zeit für einen festen Veröffentlichungsplan fehlt.

Ein aktueller Blogbeitrag kann mehr bewirken, als nur Besucher über Google auf Ihre Website zu bringen. Er kann auch jemandem, der Sie gerade erst entdeckt hat, signalisieren: „Ja, ich bin noch da. Diese Website ist lebendig.“

Ihre Website muss nicht so aussehen, als hätten Sie sie vor fünf Minuten aktualisiert. Sie sollte Ihre Besucher nur nicht fragen lassen, ob Sie schon vor fünf Jahren verschwunden sind.

6. Niemand kann Ihre Website bei Google finden

Sie müssen kein SEO-Experte werden, um Ihre Website zu verbessern. Es gibt ein paar grundlegende Dinge, die Sie noch heute überprüfen können.

Schauen Sie sich zuerst die Seiten Ihrer Website an. Wird dort klar erklärt, was Sie unterrichten und an wen sich Ihr Unterricht richtet? Wenn Sie beispielsweise Englisch für Ärzte anbieten, verwenden Sie auch tatsächlich Begriffe wie Englisch für Ärzte order Englisch für medizinisches Fachpersonal an den Stellen, an denen sie natürlich in den Text passen. Erwarten Sie nicht, dass Google errät, worum es auf Ihrer Website geht.

Überprüfen Sie anschließend die Titel Ihrer Seiten. Statt eines vagen Titels wie „Meine Angebote“ kann ein aussagekräftigerer Titel sowohl Google als auch potenziellen Kursteilnehmern zeigen, was sie auf der jeweiligen Seite finden.

Sie können auch Ihre Überschriften, die Alternativtexte Ihrer Bilder und die Verlinkungen zwischen thematisch verwandten Seiten und Blogbeiträgen überprüfen. Das sind Kleinigkeiten, aber zusammen helfen sie Suchmaschinen, die Struktur und die Inhalte Ihrer Website besser zu verstehen.

Natürlich ist das nur der Anfang der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Aber Sie können noch heute mit den Grundlagen beginnen. In einem separaten Blogbeitrag werde ich ausführlicher auf SEO für Sprachlehrkräfte eingehen. 

7. Ich weiß immer noch nicht genau, was Sie anbieten

„Ich unterrichte Englisch.“

Okay, aber was genau kann ich bei Ihnen lernen?

Unterrichten Sie absolute Anfänger? Business-Englisch? Englisch für Ärzte? Konversationskurse? Prüfungsvorbereitung? Bieten Sie Einzelunterricht, Gruppenkurse, Intensivprogramme oder etwas anderes an?

Lassen Sie potenzielle Kursteilnehmer nicht Ihre gesamte Website durchsuchen, um das herauszufinden. Machen Sie deutlich, was Sie anbieten.

Statt einfach nur „Englischunterricht“ zu schreiben, könnten Sie verschiedene Angebote aufführen, zum Beispiel „Englisch für absolute Anfänger“, „Englisch für Ärzte“ oder „Englisch-Konversationskurse für Lernende auf dem Niveau B1–B2“. Erklären Sie anschließend kurz, für wen das jeweilige Angebot gedacht ist und was die Kursteilnehmer erwarten können.

So fällt es den richtigen Interessenten auch viel leichter, sich in Ihrem Angebot wiederzufinden. Jemand, der Englisch für den Beruf lernen möchte, interessiert sich vielleicht nicht für allgemeinen Englischunterricht. Aber bei „Englisch für medizinisches Fachpersonal“ denkt diese Person möglicherweise sofort: „Das ist genau das, was ich brauche.“

Sie wissen, was Sie anbieten. Ihre Website-Besucher wissen es nicht. Machen Sie es deutlich.

Fazit: 

Ihre Website muss nicht perfekt sein. Sie braucht weder das neueste Design noch Hunderte von Blogbeiträgen oder komplizierte Funktionen.

Sie muss es den passenden Kursteilnehmern leicht machen, zu verstehen, wer Sie sind, was Sie anbieten, wie viel es kostet und was sie als Nächstes tun sollen.

Gehen Sie diese sieben Punkte durch und schauen Sie sich Ihre eigene Website an. Vielleicht finden Sie eine Sache, die Sie noch heute verbessern können. Vielleicht finden Sie auch sieben. So oder so müssen Sie nicht alles auf einmal ändern.

Und manchmal ist es schwierig, Probleme auf einer Website zu erkennen, die Sie sich schon seit Jahren ansehen. Sie wissen, wo alles zu finden ist. Sie wissen, was Sie meinen. Ihre Besucher wissen das nicht.

Wenn Sie sich eine zweite Meinung wünschen, biete ich Website-Analysen für selbstständige Sprachlehrkräfte an. Ich kann Ihre Website hinsichtlich ihrer Inhalte, der Suchmaschinenoptimierung (SEO) und der Benutzerfreundlichkeit untersuchen und Ihnen zeigen, was bereits gut funktioniert, was verbessert werden könnte und was ich ändern würde.

Denn manchmal brauchen Sie keine neue Website. Sie müssen nur dafür sorgen, dass Ihre bestehende Website besser funktioniert.


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